Europäischer Gerichtshof ebnet digitalen Postfächern den Weg

Autoren: DSwiss und S&N

Digitale Postfächer sind eine spannende Möglichkeit für Finanzdienstleister, Bankdokumente papierlos zu übermitteln. Rückenwind erhält die digitale Lösung auch durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes.

Im Januar 2017 schaffte der Europäische Gerichtshof Klarheit darüber, wie digitale Postfächer im Bankenwesen eingesetzt werden müssen. Gemeint ist der Einsatz von hochsicheren digitalen Postfächern, die meist mit E-Banking-Systemen verbunden sind. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) definiert die Voraussetzungen wie folgt: «Ein elektronisches Postfach erfüllt die Anforderungen, die an einen dauerhaften Datenträger zu stellen sind, wenn gewährleistet ist, dass persönlich an den Zahlungsdienstnutzer gerichtete Informationen derart gespeichert werden können, dass er sie in der Folge für eine angemessene Dauer einsehen kann und die unveränderte Wiedergabe möglich ist.»

Im Unterschied zu klassischen E-Banking-Lösungen verlassen die Dokumente den Zugriffsbereich der Bank. Die Einlieferung der Dokumente findet in einem digitalen Postfach statt, das nur vom Kunden verwaltet und eingesehen werden kann. Dies bedeutet auch, dass die Banken die versendeten Dokumente nachträglich nicht mehr verändern können. Der Europäische Gerichtshof schreibt hierzu: «Jede Möglichkeit der einseitigen Änderung ihres Inhalts durch den Zahlungsdienstleister oder durch einen mit der Verwaltung der Website betrauten Administrator muss ausgeschlossen sein».

Zustimmung durch Kunden erforderlich

Die Verwendung des digitalen Postfachs setzt die Zustimmung des Kunden voraus. Das mit dem Kunden vereinbarte Verfahren stellt darüber hinaus sicher, dass der Kunde über das Eintreffen wichtiger Dokumente informiert werden kann und damit die Möglichkeit der Kenntnisnahme hat.